Was leisten Krankenkassen zur Vorbeugung gegen Rückenleiden?

| 7. Sep. 2011

Prävention wäre ein vernünftiger Weg, Rückenleiden erst gar nicht aufkommen zu lassen und die Kassen später finanziell zu entlasten. Doch wie viel und was an Prävention übernehmen die Krankenversicherungen wirklich?

Krankenversicherungen haben es immer häufiger mit Diagnosen und Therapien wegen Rückenleiden zu tun. Selbst Kinder und Jugendliche sind davon betroffen. Die Ursachen sind vielfältig: Mangelnde Bewegung, falsche Körperhaltung und verkrampftes Sitzen vor dem Computer werden von Ärzten ins Feld geführt. Nicht selten entwickeln sich so orthopädische Dauerschäden, auf die Krankenkassen kommt eine Lawine von Therapiekosten zu.

Prävention wäre ein vernünftiger Weg, Rückenleiden erst gar nicht aufkommen zu lassen und die Kassen später finanziell zu entlasten. Doch wie viel und was an Prävention übernehmen die Krankenversicherungen wirklich?

Zuschüsse nur für Kurse bei zertifizierten Anbietern

Es gibt eine Reihe von Maßnahmen zur Vorbeugung von Rückenleiden, die auch eine Verhaltensänderung und einen bewussteren Umgang mit dem Körper beinhalten. Solche sogenannten Rückenschulen werden von Physiotherapeuten oder Ärzten in Praxen oder Kliniken durchgeführt. Die Methoden zur Vorbeugung von Rückenleiden sind unterschiedlich und umfassen klassische gymnastische Übungen ebenso wie Laufübungen, autogenes Training, Pilates oder chinesische Medizin. Um einen Zuschuss von gesetzlichen Krankenversicherungen zu erhalten, muss der Anbieter für eine Rückenschulung zertifiziert sein.

Weitere Infos zu Rückschulen in Deutschland bietet der „Bundesverband der deutschen Rückenschulen“ auf seiner Website.

Unterschieden bei den Kassen

Die meisten gesetzlichen Krankenversicherungen bewilligen einen Zuschuss in einer Höhe von im Schnitt 150 Euro pro Person und Kalenderjahr. Einige Kassen arbeiten eng mit bestimmten Anbietern zusammen und rechnen nur mit diesen ab, dafür gestalten sich Antragstellung und Bewilligung in der Regel reibungsloser.

Bei anderen Kassen muss sehr individuell verhandelt werden. Hier sind oft Hartnäckigkeit und viel Überzeugungsarbeit nötig, um den Zuschuss für eine Rücken-Prävention zu erhalten. Ist die Bewilligung durch, muss der Kursteilnehmer finanziell in Vorlage gehen und mit der Teilnahmebescheinigung (mindestens 80 Prozent) seinen Antrag bei der Kasse einreichen.

Weitere Infos zu den Krankenkassen (privat und gesetzlich), sowie zu einem möglichen Kassenwechsel finden Sie unter krankenversicherung-vergleich.de.

Ab 2012 gelten neue Vorschriften

Was alle, die an einem Kurs zur Prävention von Rückenleiden teilnehmen wollen, beachten sollten: Ab 2012 gibt es eine neue Gesetzesvorschrift für bezuschusste Prävention: Es dürfen nicht mehr in zwei Kalenderjahren hintereinander gleichartige Kurse belegt werden.

Im Klartext: Wer 2012 eine Rückenschule besucht, darf das erst 2014 wiederholen. 2013 könnte er allenfalls einen anderen Präventionskurs besuchen, etwa gegen Übergewicht. Ein kontinuierliches Auffrischen ist so nur noch möglich, wenn aus eigener Tasche bezahlt wird. Ob dieses Gießkannenprinzip sich auf Dauer bezahlt macht, das wissen alleine die Krankenversicherungen.

Die Rückenhelfer sagen: Dieser Artikel schildert die aktuelle Situation in Deutschland. Die Leistungen von Krankenkassen zur Vorbeugung gegen Rückenleiden in Österreich und der Schweiz kann sich davon unterscheiden.

Wer schreibt hier? Hier schreibt ein Mitglied der Rückenhelfer-Redaktion. Die Redaktion filtert täglich Nachrichtenseiten, Fachliteratur und Blogs zum Thema Rückenschmerzen, um die relevantesten Informationen für Sie aufbereiten zu können. Autorenprofil ansehen.

Kommentare (1)

Trackback URL | Kommentare RSS Feed

  1. mehr Details sagt:

    Thanks a lot for sharing this with all people you really realize
    what you’re talking about! Bookmarked. Please
    additionally discuss with my website =). We could have a hyperlink change contract between us