Wie funktioniert das Einsetzen einer Bandscheibenprothese?

| 21. Feb. 2011

Die Ursache für Rückenschmerzen ist häufig ein Bandscheibenvorfall. Zunächst wird versucht, den Bandscheibenvorfall mit physiotherapeutischen Maßnahmen zu behandeln. Führen diese Behandlungsmethoden nicht zum Erfolg oder besteht die Gefahr einer Lähmung, ist eine Operation die letzte Behandlungsmöglichkeit.

Wann ist eine Bandscheibenprothese notwendig?

Bei starken chronischen Rückenschmerzen, die bis in Arm oder Bein ausstrahlen, ist eine Bandscheibe oft stark verschlissen. Es gilt, sie durch eine Prothese zu ersetzen. Damit diese Operation zur Anwendung kommen kann, sollte der Patient nicht älter als 55 Jahre sein und nicht unter Knochenschwund leiden.

Ablauf der Bandscheiben-Operation

Bei einem Bandscheibenvorfall im Bereich der Lendenwirbelsäule wird der Bauchraum geöffnet. Dies erfolgt zumeist durch einen Schnitt am Unterbauch. In einigen Fällen erfolgt auch eine seitliche Schnittführung. Die abgenutzte Bandscheibe wird unter Röntgenkontrolle komplett entfernt. Die Stellung der Wirbelkörper zueinander wird korrigiert. Nun kann die Prothese eingesetzt werden. Sie besteht aus zwei aufeinander liegenden Metallplatten. Dazwischen befindet sich ein beweglicher Kunststoffkern.

Die Beweglichkeit der Wirbelsäule bleibt bei dieser Methode so weit wie möglich erhalten. Die Prothese wird nun dort platziert, wo die verschlissene Bandscheibe entnommen wurde. Mit Hilfe der Röntgenkontrolle wird sie in die richtige Position zwischen die Wirbelkörper gebracht. Die Bandscheibenprothese wird an den Wirbelkörpern fixiert. Dabei gilt es, die Beweglichkeit der benachbarten Wirbel zu erhalten.

Das Implantat verwächst in den folgenden Wochen fest mit der Knochensubstanz. Um Blutreste abfließen zu lassen, kann eine Drainage gelegt werden. Nach dem Eingriff muss der Patient sechs Wochen lang ein Kompressionsmieder tragen, damit eine optimale Heilung gewährleistet wird.

So funktioniert die Behandlung nach der Operation

Der Patient kann bereits am Operationstag, einige Stunden nach dem Eingriff, für kurze Zeit aufstehen und selbstständig gehen. Zur Vorbeugung einer Thrombose erhält der Patient Injektionen mit blutverdünnenden Medikamenten. Etwa eine Woche nach der Bandscheibenoperation darf der Patient die Klinik oder das Krankenhaus verlassen. Um den Patienten möglichst schnell wieder mobil zu machen, werden häufig physiotherapeutische Maßnahmen angewendet. Nach sechs Wochen Physiotherapie ist die Bandscheibenprothese vollständig belastbar.

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