Was tun bei einem Hexenschuss?

| 19. Nov. 2010

Ein Hexenschuss kommt immer plötzlich und unerwartet. Hier die besten Methoden zur Therapie.

Ein Hexenschuss beginnt mit plötzlichen Kreuzschmerzen und Bewegungseinschränkungen, die beim Bücken und Aufrichten oder beim Drehen und Heben auftreten können. Beim Niesen und Husten verschlimmert sich der Schmerz.

Um die Wirbelsäule herum hat sich die Muskulatur verspannt und man findet dadurch keine bequeme Lage. Dabei kann es manchmal sogar zu Lähmungen kommen.

Den Hexenschuss kann man leicht mit dem Ischias verwechseln, weil sich bei ihm die gleichen Symptome an tieferer Stelle im Kreuz zeigen und bis in das Gesäß ausstrahlen können.

Bandscheibenverlagerung oder Bandscheibenvorfall können diese Muskelverspannungen, Lähmungen und Fehlhaltungen hervorrufen. Es kann sogar zu einer Dauerschädigung des Nervs kommen, wenn eine Bandscheibe länger als 6 Wochen auf einen Nerv drückt. Manchmal können die Leiden aber auch auftreten, ohne dass der Arzt sofort ihre Ursache erkennt und gleich mit der richtigen Therapie beginnen kann.

Behandlungsmöglichkeiten bei Hexenschuss

Entspannung bei Bettruhe in Rückenlage ist eine der besten Möglichkeiten zur Heilung. Auch Einreibungen mit Kampfer oder Senfspiritus und Massagen zeigen ebenfalls oft Wirkung.

Das Auflegen von einem heißen Heublumen- oder Kartoffelsack ist besonders bei chronischen Beschwerden zu empfehlen. Man kann Sand-, Moorpackungen oder feuchte, heiße Umschläge mit Kräuterzusätze auf die erkrankten Stellen legen. Ein Heublumenbad, dessen Temperatur zum Ansteigen gebracht wird und in dem sich der Leidende bewegt, lindern ebenfalls seine Beschwerden.

Nach dem Abklingen der Beschwerden kann mit Rückenheilgymnastik und Bürstenmassagen von einer zweiten Person begonnen werden. Bei akutem Hexenschuss kann man die Schmerzstellen auch für etwa 20 Minuten täglich mit Rotlicht bestrahlen oder auch behutsam andampfen, damit es nicht zu Verbrühungen kommt.

Dazu nimmt man sich einen Wasserkessel und bringt das darin befindliche Wasser zum Kochen. An die Tülle des Kessels befestigt man einen Schlauch durch den man den Dampf leitet und ihn mit Abstand zur schmerzenden Stelle führt. Um die Wirkung zu erhöhen, kann man das Kesselwasser mit Heublumenzusatz verwenden. Nach dem Andampfen trocknet man die nassen Stellen sorgfältig ab.

Für die Linderung des akuten Schmerzes gibt es Schmerzmittel und zur Muskelentspannung Medikamente. Bei sehr starken Schmerzen spritzt der Arzt auch manchmal ein Mittel zur Betäubung der Nerven. Dieses Mittel unterbricht dann den Schmerzverspannungskreislauf.

Operative Behandlung zur Ursachenbeseitigung

Wenn eine Bandscheibe auf die Nerven im Wirbelkanal so stark drückt, dass Lähmungen auftreten, dann lässt es sich oftmals nicht mehr vermeiden, diese Bandscheibe zu entfernen um Heilung zu bewirken.

Meistens jedoch wartet der Arzt noch ein paar Wochen, um festzustellen, ob eine mehrwöchige Therapie doch noch Besserung bringt und ob sich der Bandscheibenvorfall mehrmals wiederholt.

Vor einer Operation sollte durch Computertomographie bestätigt werden, dass es sich dabei auch tatsächlich um einen Bandscheibenvorfall handelt, der auf die Ursache der Leiden zurückzuführen ist. Etwa zwei Drittel aller Patienten sind nach der Operation beschwerdefrei. In manchen Fällen verschlimmert sich durch die Operation ihr Zustand.

Wer schreibt hier? Hier schreibt ein Mitglied der Rückenhelfer-Redaktion. Die Redaktion filtert täglich Nachrichtenseiten, Fachliteratur und Blogs zum Thema Rückenschmerzen, um die relevantesten Informationen für Sie aufbereiten zu können. Autorenprofil ansehen.

Kommentare sind geschlossen.