Was passiert bei einer Versteifung der Wirbelsäule?

| 28. Jun. 2011

Eine Operation zur Versteifung der Wirbelsäule soll eine Instabilität einzelner Wirbelkörper verhindern oder beheben. Grund dafür können Frakturen sowie durch Osteoporose entstandene Wirbeleinbrüche sein.

Dagegen ist bei einem Bandscheibenvorfall eine Operation nicht zwingend erforderlich und sollte – abgesehen von Notfallsituationen – erst in Erwägung gezogen werden, wenn die Rückenschmerzen durch Schmerzmittel, Chiropraktik und Physiotherapie nicht gelindert werden können.

Operiert werden muss, wenn durch einen massiven Vorfall mehrerer Bandscheiben Nervenschäden drohen. Auch wenn ein Bandscheibenvorfall wiederholt und in kurzen Zeitabständen vorkommt oder sich Lähmungen manifestieren, ist eine Entfernung der beschädigten Bandscheibe nötig.

Einen erneuten Bandscheibenvorfall an anderer Stelle kann eine Operation allerdings nicht verhindern, weshalb es wichtig ist, die Ursachen der Erkrankung zu erkennen und zu behandeln.

Bei chronischen Rückenschmerzen aufgrund von Skoliosen, Morbus Bechterew oder Verschleiß der Wirbelsäule, ist in manchen Fällen nur durch eine Versteifung einzelner Wirbelsegmente eine Besserung der Beschwerden zu erreichen.

Ein solcher Eingriff führt im behandelten Bereich zu einem unumkehrbaren Bewegungsverlust. Außerdem müssen die Wirbelgelenke unter- und oberhalb des versteiften Abschnitts dessen Bewegung mit übernehmen.

Tritt in diesen Wirbeln ebenfalls Verschleiß auf, riskiert man unter Umständen eine Verlagerung der Rückenschmerzen. Auch die Bildung von raumforderndem Narbengewebe im Operationsbereich ist möglich. Dadurch kann es ebenfalls zu Beschwerden kommen, die eine weitere Operation nötig machen.

Wie läuft die Versteifung der Wirbelsäule ab?

Eine Versteifung der Wirbelsäule kann in offenen Operationen oder in minimalinvasiven Eingriffen vorgenommen werden.

Bei der minimalinvasiven Methode besteht ein geringeres Risiko für Infektionen und Wundheilungsstörungen, allerdings ist diese Technik nicht bei jedem Patienten anwendbar.

Die Entnahme der Bandscheibe erfolgt entweder von hinten durch den Rücken, von vorn oder von der Seite. Die Bandscheibe wird durch einen Hohlkörper ersetzt. Er ist mit körpereigenem Ersatzmaterial aus Knochenspänen und –gewebe gefüllt, das zuvor aus dem Beckenkamm entnommen oder von Gelenken und Wirbelbogen abgetragen wird. Dadurch soll eine knöcherne Überbrückung der Zwischenwirbelräume geschaffen werden. Zusätzlich können sogenannter Cages, kleine Titankäfige, implantiert werden, um den richtigen Abstand zu halten.

Das Versteifen der Wirbelkörper geschieht mit Hilfe von Pedikelschrauben, die durch die Wirbelbögen bis in die Wirbel eingedreht und mit kleinen Verbindungsstangen stabilisiert werden. Schrauben und Stangen verbleiben solange im Rücken, bis die knöcherne Verbindung zwischen den Wirbeln stabil ist.

Komplikationen können durch Verletzungen der Bauchorgane und Blutgefäße eintreten. Verletzte Nerven können Bewegungs- und Sensibilitätsstörungen der Beine, sexuelle Störungen und Funktionsbeeinträchtigungen von Darm und Blase zur Folge haben.

Wächst der Knochen nicht richtig ein, ist keine dauerhafte Stabilisierung möglich und auch eine völlige Schmerzfreiheit wird nicht immer erreicht.

Wer schreibt hier? Hier schreibt ein Mitglied der Rückenhelfer-Redaktion. Die Redaktion filtert täglich Nachrichtenseiten, Fachliteratur und Blogs zum Thema Rückenschmerzen, um die relevantesten Informationen für Sie aufbereiten zu können. Autorenprofil ansehen.

Kommentare sind geschlossen.