Die Therapie-Methoden bei Bandscheibenvorfall

| 13. Nov. 2010

Schmerzspritzen als akute Hilfe bei einem Bandscheibenvorfall. Foto: Armin Kübelbeck, Lizenz: Creative Commons 3.0 BY-SA

Ein Bandscheibenvorfall lässt sich auf viele verschiedene Arten heilen. Hier die Therapien im Überblick.

Wie kommt es überhaupt zu einem Bandscheibenvorfall?

Ein Austritt von Teilen des Gallertkerns der Bandscheibe löst starke Rückenschmerzen aus. In einigen Fällen machen diese sich auch im Bein bemerkbar. Der Schmerz entsteht durch die Einengung eines Nervs oder dessen Wurzel.

Ein Bandscheibenvorfall kann viele Ursachen haben. Dazu gehören:

  • altersbedingter Verschleiß und Fehlbelastungen (häufigster Grund!)
  • Übergewicht
  • angeborene Bindegewebsschwäche, schwache Muskulatur im Nacken und Rücken
  • berufliche Belastungen wie vielmaliges Heben und Tragen gewichtiger Lasten
  • muskuläre Schwächen oder ununterbrochene Fehlhaltungen beim Stehen, Sitzen und Liegen
  • oftmalige Erschütterungen und Stauchungen (z. B. Mountainbike fahren)
  • traumatische Ereignisse (Unfall) – dies ist eher selten der Fall

Zum altersbedingten Verschleiß:

Mit steigendem Alter nimmt auch die Dehnbarkeit der Bandscheibe ab, dies wird durch Risse in der Bandscheibe sichtbar. Die Ursache hierfür ist der zunehmende Mangel des Wassergehaltes im dehnbaren Faserring. Gerade dann neigt die Bandscheibe zur Rissbildung und das Risko auf einen Bandscheibenvorfall steigt an.

Diagnose eines Bandscheibenvorfalls

Klinisch-neurologische Untersuchungen sind von besonderer Bedeutung. Hierbei begutachtet der Arzt vor allem Muskelkraft, die Reflexe und das Gefühl in den Beinen. Desweiteren stellt der Arzt gezielte Fragen, um seinen Verdacht zu bestätigen. Vor allem folgende Fragen sind dabei wichtig:

  • Werden die Schmerzen durch Bewegungen stärker?
  • Bemerken Sie Taubheitsgefühle?
  • Deutet sich Muskelschwäche an?
  • Gibt es Komplikationen beim Wasserlassen oder bei der Stuhlentleerung?
  • Verspüren Sie Unsicherheit beim Gehen?
  • Haben Sie Beschwerden bei körperlichen Anstrengungen oder beim Husten?

Nach diesen Fragen kommt eine sorgfältige körperliche Untersuchung:

  • Untersuchung der Regsamkeit der Halswirbelsäule
  • Prüfung der Stärke
  • Berührungsempfindung an den Armen
  • Nervendehnungsschmerz
  • Muskeleigenreflexe

Behandlung und Therapie bei einem Bandscheibenvorfall

Ein Großteil (90%) der Bandscheibenvorfälle sind ohne Operation behandelbar. Ein chirurgischer Eingriff ist nur dann notwendig, wenn ohne Unterbrechung Symptome oder anwachsend Lähmungen auftreten. Ist eine Operation vermeidbar, benötigt der betroffene Patient für die Behandlung, die vier bis sechs Wochen dauern kann, Wärme und milde bis starke Medikament.

Bei stärkeren Schmerzen helfen Medikamente, wie Diclofenac und Ibuprofen. Die Arzneimittel sollten regelmäßig nach einem bestimmten Zeitplan eingenommen werden. Ein Physiotherapeut kann helfen und mit dem Betroffenen schmerzarme Bewegungsmuster erlernen. Solche Therapien können oft nur ohne Krankheitsaufenthalt oder im Krankenhaus im Rahmen von Rehabilitationsmaßnahmen absolviert werden.

Bei Bandscheibenvorfällen, bei denen Nervenschädigungen nachweisbar sind und operativ behandelt werden müssen, ist das Ziel, die Beweglichkeit des Klienten so schnell wie mögich wieder herzustellen. Dies sollte mit so wenigen Eingriffen wie möglich geschehen. Bei der Operation wird ein Teil des Bandscheibenmaterials entfernt.

Solche medizinische Eingriffe können ambulant stattfinden und die Krankheit hat einen kurzen Heilungsverlauf. Es ist nicht möglich, dass die Schmerzen ohne Therapie von selbst verschwinden oder sogar besser werden, weil der Gallertkern allmählich trocken wird und sich zusammenzieht.

Die Rückenhelfer sagen: Ein Bandscheibenvorfall besteht zu 95 Prozent aus Wasser, das im Laufe der Zeit abtransportiert wird. Daher stellt sich die Heilung im Großteil der Fälle von selbst ein. Doch Spezialisten können beim Weg dorthin unterstützen.

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