Bandscheibenprothesen zur Behandlung eines Bandscheibenvorfalls

| 21. Jun. 2011

Operationen bei Bandscheibenvorfällen bergen viele Risiken, können aber trotzdem helfen. Eine Methode davon ist das Einsetzen einer Bandscheiben-Prothese.

Viele Menschen haben einen Bandscheibenvorfall, ohne irgendwelche Schmerzen dabei zu haben. Bei anderen wiederum macht der Bandscheibenvorfall große Probleme. Ein solcher Vorfall kann die Ursache für starke Rückenschmerzen sein. Der Arzt kann den Bandscheibenvorfall anhand von Computertomographie-Bildern diagnostizieren. In vielen Fällen ist eine konservative Therapie des Bandscheibenvorfalls ausreichend und der Patient ist seine Rückenschmerzen bald wieder los. Manchmal hilft aber eine konservative Therapie wie Krankengymnastik, Bestrahlung etc. nicht weiter oder der Vorfall verursacht ein Taubheitsgefühl in den Armen, Fingern oder Beinen. Dann ist häufig eine Operation notwendig.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Operation bei einem Bandscheibenvorfall. Die am häufigsten angewandte Operationsmethode ist die Versteifung. Hierbei werden die zwei Wirbel über und unter dem Vorfall durch einen chirurgischen Eingriff versteift. Dies hat zur Folge, dass diese beiden Wirbelsegmente nicht mehr beweglich sind. Der Nachteil dieser Methode ist, dass die Wirbelsegmente über und unter der Versteifung nach der Operation mehr belastet werden als vorher. Dies kann weitere Probleme nach sich ziehen. Ein weiterer Nachteil ist natürlich die dauerhafte Unbeweglichkeit dieser Segmente.

Prothese statt Versteifung

In bestimmten Fällen kann der Einsatz einer Bandscheibenprothese vorteilhafter sein als eine Versteifung der Wirbelsegmente. Diese Methode ist im Gegensatz zur Versteifung noch relativ neu. Dabei wird das beschädigte Bandscheibenmaterial operativ entfernt und anstattdessen, sozusagen als Platzhalter, die künstliche Bandscheibe eingesetzt.

Der große Vorteil bei der Bandscheibenprothese ist, dass die Wirbelsäule auch in den operierten Bereichen voll beweglich bleibt. Die umliegenden Wirbel und Bandscheiben werden nach der Operation nicht stärker belastet, daher besteht weniger als bei der Versteifung die Gefahr, dass die umliegenden Wirbel und Bandscheiben in Mitleidenschaft gezogen werden. Die OP wird in Vollnarkose von vorn durchgeführt, der Patient bleibt in der Regel etwa fünf Tage im Krankenhaus. Nach dem Eingriff muss in regelmäßigen Abständen durch Röntgenbilder der korrekte Sitz der neuen Bandscheibe überprüft werden.

Wann ist eine Prothese sinnvoll?

Wann der Einsatz einer Bandscheibenprothese für den Patienten sinnvoll ist und eine Besserung der Rückenschmerzen zu erwarten ist, muss der Arzt in Zusammenarbeit mit dem Patienten genau abwägen. Bei vielen Patienten ist nach dem Einsatz der künstlichen Bandscheibe eine Besserung eingetreten, andere haben weiterhin Probleme. Vor einem chirurgischen Eingriff wird der Arzt zunächst versuchen, die Beschwerden durch konservative Therapie in den Griff zu bekommen. Lediglich bei Taubheitsgefühlen und Ausfällen sowie bei andauernden Rückenschmerzen trotz konservativer Therapie wird eine OP mit der künstlichen Bandscheibe in Betracht gezogen.

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